Fr 16 + Sa 17 + So 18 April

00:00 — Dauer: 0 min

Maillon

Performance

Großbritannien


Uraufführung

Koproduktion

ein europäisches Netzwerk
ein kollektives und partizipatives Projekt

Teilen

Eine Arche bauen, einen Zufluchtsort, einen Treffpunkt. Einen Bogen spannen, eine Verbindung zwischen verschiedenen Punkten aufbauen. Anarchisch sein in der Zusammenarbeit, ohne Hierarchien denken. In Quarantines Projekt ARK ist die Arche ein Ort, an dem über Alternativen nachgedacht und debattiert werden kann.
Aber die Arche in ihrer mythischen Dimension wirft auch die Frage nach Zugehörigkeiten und Bruchlinien auf: Wer darf sie betreten? Was wollen wir retten? Wie teilen wir uns den gemeinsamen Raum?

ARK ist ein kollektives und partizipatives Projekt, das im Rahmen von Moving Borders, einem neuen, von der Europäischen Union geförderten Netzwerk ins Leben gerufen wird. Das Maillon hat sich mit sechs Theater- und Festivalpartnern zusammengeschlossen im Blick auf ein Europa, das sich mit dem Erstarken nationalistischer Bewegungen und ökonomischer Ungleichheiten auseinandersetzen muss. In Athen (GR), Dresden (D), Mülheim an der Ruhr (D), Porto (PT), Straßburg (F), Utrecht (NL) und Warschau (PL) werden wir jeweils Grenzen hinterfragen, denen wir täglich begegnen: Grenzen, die Menschen trennen und daran hindern, aufeinander zuzugehen, die Ungleichheiten und gesellschaftliche Spaltungen zementieren. Aber auch jene Grenzziehungen und Differenzen, die der gegenseitige Respekt in kulturell diversen Gemeinschaften notwendig macht.

Seit zwanzig Jahren hat sich das britische Kollektiv Quarantine mit originellen Projekten und Interventionen im öffentlichen Raum weltweit einen Namen gemacht. Die von Moving Borders identifizierten gemeinsamen Themen nimmt die Compagnie zum Anlass, sich in sieben Städten mit je lokalen Künstlern und Bürgern zu verbünden: Entsprechend lokaler demografischer, kultureller und soziologischer Besonderheiten entstehen so, in situ und im kollektiven Arbeitsprozess, sieben verschiedene Versionen des ARK.

IIm Maillon wird die Arche der Frage des Dialogs und der sozialen Gerechtigkeit in einer kulturell diversen Gesellschaft nachspüren. „Hauptstadt Europas“ nennt sich Straßburg, die Stadt ist international, grenzüberschreitend und versteht sich als „Ort des Willkommens“. Doch was bedeutet es konkret, ein „Ausländer“ in Straßburg zu sein und die hiesige Internationalität in ihrem ganzen Spektrum wahrzunehmen, vom Migranten bis zum europäischen Beamten? Welcher Orte und Formen des Austauschs bedarf es, damit sich europäische Laufbahnen und Lebensläufe mit diversen soziokulturellen Herkünften tatsächlich berühren?

Lange bevor wir im April 2021 das Maillon, seinen Innenhof und die angrenzenden Räume in eine Arche verwandeln, nimmt Quarantine mit drei französischen Theatermachern seine Arbeit auf: Mit Straßburger Zuschauern, Vertretern der Zivilgesellschaft, Wissenschaftlern, Künstlern und gemeinnützigen Vereinen aller Art werden sie die Arche in einen ereignisreichen „Treffpunkt“ verwandeln. Eine Einladung an alle, aufeinander zuzugehen, über den eigenen Tellerrand zu schauen, sich besser kennen zu lernen: in performativen, partizipatorischen, diskursiven, spielerischen, in Zwiesprache oder kollektiv stattfindenden, kreativen, widersprüchlichen, aber immer lebhaften Begegnungen…